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Autor: , verfasst am Samstag, 8. Oktober 2011

Äpfel, geviertelt und entkerntDa ein Drittel (das humanoide) meiner weiblichen Unterstützung in München zwecks Weiterbildung verweilt war heute Raum und Zeit für unkontrollierte Küchenexperimente. Im Mittelpunkt: der Apfel.

Zunächst hat alles ganz konservativ begonnen – Fallobst einsammeln, gut waschen, Kerngehäuse entfernen und Saft produzieren. Unabdingbarer Helfer: der wiedererweckte Braun-MP50-Zentrifugal-Entsafter aus großmütterlichen Zeiten.

So weit, so einfach. Jetzt hat man zumindest schon mal leckeren Saft und optisch nicht ganz so attraktiven Apfeltrester.

Apfelsaft trüb und selbst gepresst Apfeltrester

Der soll ja guten Dünger und noch besseres Tierfutter ergeben – aber es gibt grad nichts mehr zu düngen und die Hundedamen waren satt. Deshalb folgte das im Ausgang sehr unsichere Experiment:

Apfeltresterriegel mit Zutaten

Teig aus Apfeltrester mit SojamehlDie Mengenangaben können leider nicht mehr nachvollzogen werden, das „Rezept“ soll erst mal nur als Anregung dienen. Zunächst Apfeltrester mit Honig verfeinern und pürieren (es waren noch so einige große Schalenreste vorhanden), anschließend Küchenschränke nach sinnvollen Zutaten durchforsten. Gefunden wurden: Haselnüsse (hacken!), Haferflocken, noch mehr Honig und Sojamehl. Nicht gefunden wurden zum Beispiel Rosinen (könnten vielleicht gut dazu passen).

Sojamehl schien mir ganz zweckmäßig, da es in Verbindung mit etwas Wasser ja als Eiersatz dienen kann und so hoffentlich für etwas Bindung im „Teig“ sorgt. Alles gut vermengen, formschöne, flache Schnittchen konstruieren und auf Backpapier drapieren (man beachte die optimale Ausnutzung der Backblechfläche!). Die „Riegel“ oder „Kekse“ sehen übrigens aus wie selbstgemachte Hundeplätzchen aus Hackfleisch. Nun denn.

Apfeltresterriegel

Jetzt bei vielleicht 150 Grad in den Ofen und backen bis die gewünschte Riegelhärte/-trockenheit erreicht ist.

Zum Schluss Bier kaufen, die Riegel wegschmeißen und stattdessen Pommes machen – nein, im Ernst, sie schmecken gar nicht mal so schlecht. Nur an der Konsistenz muss ich noch feilen, aber vielleicht sind sie abgekühlt etwas knuspriger.



verfasst von Steffen am 8. Oktober 2011 um 12:26



2 Kommentare zu “Experiment mit Apfel: Saft und Apfeltresterriegel”

  1. Michael sagt:

    Ein prima Beispiel, wie man aus vermeintlichem Abfall noch was Leckeres herstellen kann! Vor allem in Zeiten, in denen immer mehr Lebensmittel weggeworfen werden.

  2. Sybille sagt:

    Ich finde es super, vermeintliche „Küchenabfälle“ noch zu verwerten! Gerade bei Trester aller Art funktioniert das ganz prima – ich habe z.B. den Trester aus der Nussmilchherstellung schon häufig in Kuchen oder Muffins verbacken. Und immerhin, eines der beliebtesten alkoholischen Getränke überhaupt wird ebenfalls aus Trester hergestellt: Grappa – so falsch können wir also nicht liegen. 😉

    Übrigens verwendet ich auch Möhren- und Kartoffelschalen noch weiter, in dem ich sie einfach in etwas Öl brate. Ein super Chips-Ersatz! Funktioniert auch gut mit Obstschalen (z.B. Apfel, Birne) und etwas Zucker.

    Liebe Grüße
    Sybille

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