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Autor: , verfasst am Samstag, 5. Februar 2011

Was unsere Vorratshaltung angeht, so hielt sich diese sich in unserem ersten Gartenjahr in übersichtlichen Grenzen – wie schon der erste Blick in unsere spärlich gefüllte Speisekammer (bzw. Tiefkühltruhe – nicht im Bild) verrät:

Restvorrat Speisekammer

Neben dem erwähnten Einfrieren von Spinat hat dies auch mit Mangold und Gartenmelde problemlos funktioniert – Blanchieren, Abschrecken, Abtropfen, Einfrieren. Zudem wurden Essig-, Chili- und Senfgurken eingelegt. Teilweise müssen wir noch experimentieren, da vor allem die erste Variante etwas fade schmeckt.

Das Senfgurkenrezept ist aus „Die besten Rezepte zum Einmachen und Einlegen nach Landfrauenart“ und auf alle Fälle empfehlenswert:

Zutaten Senfgurkenrezept

  • 1Kg Gurken
  • 3 Zwiebeln
  • Dill
  • 250ml Weißweinessig
  • 400g mittelscharfer Senf
  • 100g Zucker
  • schwarzer Pfeffer

Essig, Senf, Zucker, Pfeffer aufkochen; Gurken, Zwiebeln und Dill dazugeben und nochmal kurz aufkochen; in Gläser füllen und sofort verschließen.

Aus den reifen Tomaten haben wir ein leckeres Chutney mit Knoblauch, Zwiebeln, braunem Zucker, Balsamico-Essig, verschiedenen Kräutern und Chili-Schoten gekocht. An die genaue Zusammensetzung können wir uns allerdings nicht mehr erinnern. Ein solches Malheur wird uns in diesem Jahr aber nicht mehr passieren. Denn neben konsequenter Beschriftung der Gläser führen wir 2011 erstmals ein (analoges) Gartentagebuch – parallel zu diesem Blog als Erinnerungsstütze.

Die grünen, unreifen Tomaten wurden teilweise wie die Chiligurken zubereitet, teilweise zu Marmelade verarbeitet. Zwar sind grüne Tomaten aufgrund des enthaltenen Solanins leicht giftig – theoretisch könnte man also nach übermäßigem Verzehr durchaus die gleiche Farbe wie die Tomaten annehmen – wir haben aber den Genuss bisher unbeschadet überstanden.

Bei der Marmelade bedarf es allerdings noch einiger Verbesserungen. Mehr Kräuter und etwas weniger Süße helfen hoffentlich. Dann ist die Marmelade genau das Richtige für denjenigen, der es etwas deftiger mag. Weitere Anregungen zur Tomatenverarbeitung finden sich in „Alles Tomate! Vegetarische Rezepte“, einem kleinen Buch aus dem pala-Verlag.

Für dieses Jahr haben wir uns in Bezug auf das Haltbarmachen und Einlagern aller weiteren Gemüsesorten zumindest theoretisch besser vorbereitet (vor allem die rote Beete und der scharfe Rettich haben in unserem Keller bei falscher Lagerung und ungünstig verlaufenden Heizungsrohren gelitten). Eine umfangreiche Sammlung an Empfehlungen zur richtigen Konservierung jenseits des Einkochens und Einfrierens beinhaltet das Buch „Natürlich konservieren“. Dabei handelt es sich um Vorschläge von Lesern einer französischen Biogarten-Zeitschrift, also alles praxiserprobt und meist unkompliziert. Von „Naturbelassen aufbewahren“, über „Trocknen“, „Milchsäuregärung“ und „Konservieren in Öl/Essig/Salz/Zucker/Alkohol“ bis „Süß-sauer Eingelegtes“ findet sich hier zu jedem Gemüse und Obst das Passende.

Damit wird der Winter nun verabschiedet.

Winterbild Bad Staffelstein

Denn jetzt beginnt, zumindest gefühlt, der Frühling mit dem Vorziehen der ersten Auberginen, Paprika und Tomaten in den Zimmergewächshäusern. Man muss die Sonne ja irgendwie zwingen können …



verfasst von Steffen am 5. Februar 2011 um 16:06



Ein Kommentar zu “Über Winter III – Vorratshaltung und Buchtipps”

  1. Marion sagt:

    Einkochen ist aktueller denn je.
    Die moderne Industrie macht ja auch nichts anderes, denn die meisten Konserven werden schließlich auch frisch abgepackt und dann zunächst einmal Ultra hoch erhitzt. Ist doch genau das gleiche, was Oma schon vor 50 Jahren bei sich zuhause in der Küche gemacht hat.

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