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Autor: , verfasst am Donnerstag, 29. Dezember 2011

Die Gans-freien Weihnachten wurden bei uns heuer durch ein Seitan-Hackbraten-Experiment verwirklicht. Das Grundrezept findet sich im Seitankochbuch „Seitan, Buddhaspeise vom Dach der Welt“ aus dem Packpapier-Verlag.

Seitan vorbereiten

Seitan oder Gluten ist nichts anderes als ausgewaschenes Weizenmehl – wer also Lust, Zeit und genügend Wasser zur Verfügung hat, der kann sich gerne daran versuchen. Einfacher ist es, das Gluten in Pulverform bei veganwonderland zu bestellen. Für ungefähr 2,70€ pro Kilo bekommt man ein recht vielseitiges Lebensmittel, aus dem man auch die eigene Bratwurst „vegetarisieren“ kann.

Für unseren Pseudobraten brauchen wir ca. 600 Gramm gequollenen Seitan. Wie viel das in Pulverform ist können wir nicht genau sagen, da wir meist 500 Gramm Pulver verarbeiten und, was wir nicht gleich benötigen, einfrieren (man kann damit zum Beispiel später eine Art „Geschnetzeltes“ herstellen, einfach klein schneiden und anbraten).

Wichtig ist vor allem, das Pulver sehr gut zu würzen; mit Paprika, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe, usw. Anschließend mit der gleichen Menge kaltem (ansonsten verklumpt das Zeug sofort) Wasser und für zusätzlichen Geschmack etwas Tomatenmark verkneten. Dann muss dieser recht feste „Vorteig“ am besten in Gemüsebrühe ungefähr 1,5 Std gekocht werden und aufquellen – zupft man das Ganze vorher etwas klein, spart man sich Kochzeit und Energie.

Seitan-Weihnachtsbraten mit Tofu, Champignons und Spinat

600 Gramm des Seitans klein hacken oder noch besser durch einen Fleischwolf drehen. Da Seitan eine recht kompakte Masse ergibt, ist es sinnvoll, alles etwas aufzulockern. Neben dem Zerkleinern helfen hierfür auch die anderen Zutaten. Wir haben uns für

  • 200 Gramm marinierten Tofu
  • 350 Gramm Champignons
  • Spinat (Menge egal – bei uns war es eine kleine Tüte selbsteingefrorener Neuseeländer Spinat)
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • ein paar Scheiben zerkleinertes altes Brot oder Weißbrot, 100 Gramm Vollkornmehl und 50 Gramm Stärkemehl für die Bindung
  • Gewürze, Kräuter, Sojasauce, Hefeflocken usw. (alles was Geschmack macht)

entschieden.

Zubereitung

Zwiebeln, Knoblauch, Pilze hacken. Gemeinsam mit Tofu und Seitan anbraten. Anschließend in einer großen Schüssel mit den restlichen Zutaten zu einem „Bratenteig“ vermengen. Sofern das Ganze gut formbar ist, nicht auseinanderfällt, aber auch nicht zu fest ist, kann eigentlich nichts schief gehen. Deshalb lässt sich mit den Zutaten auch gut experimentieren, anderes Gemüse, Oliven, Kapern oder wasweißich hinzufügen.
Das Masse kommt in eine gefettete und mit Semmelbröseln ausgekleidete Kastenform und bei 180 Grad für 40 Minuten in den Ofen.
Auch hier sollte man wieder nicht wirklich ein Fleischimitat erwarten, der Braten hat auch etwas kuchenartig Semmelkloßiges. Aber man kann ihn wunderbar nach eigenen Vorlieben variieren. Dazu eine einfache Champignonsauce und etwas Wintergemüse und Wohlbekomm’s!

Seitanhackbraten mit Champignon, Tofu und Spinat



verfasst von Steffen am 29. Dezember 2011 um 12:14



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