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Autor: , verfasst am Dienstag, 17. Mai 2011

Wie wir im ersten Teil der Kräuterserie zugeben mussten, sind wir, was die kulinarische Verwertung der Kräuter angeht, nicht sehr einfallsreich. Meistens alles vermischt und rein ins Essen. Um in Zukunft etwas genauer zu wissen, welches Kraut zu welchem Gemüse passt, hilft mal wieder ein Blick in ein neues Buch – im pala-verlag erschienen und mit

„Rosmarin und Pimpinelle – Das Kochbuch zur Kräuterspirale“

betitelt. Zwar besitzen wir keine Kräuterspirale, aber die vegetarischen Rezepte dürfen wir bestimmt auch so ausprobieren.

Die Autorin Irmela Erckenbrecht gibt zunächst eine kurze Einführung zum Thema Kräuterspirale und zeigt ein Beispiel zur Anlage einer solchen: durch den dreidimensionalen Aufbau, die unterschiedliche Befüllung und die Nord/Süd-Ausrichtung entstehen verschiedene „Klimazonen“ für jedes Kraut. So kann der Rosmarin an der Spitze in der Sonne braten, während am Boden heimische Kräuter die nährstoffhaltige Erde bevorzugen. Wer sich über das genaue Anlegen einer Kräuterspirale informieren will, der sollte zunächst andere Veröffentlichungen der gleichen Autorin im pala-Verlag zu Rate ziehen (z.B. „Die Kräuterspirale“ oder „Wie baue ich eine Kräuterspirale?“) – hier dagegen geht es hauptsächlich um einfallsreiche Rezepte.

Zunächst folgen jedoch allgemeine Tipps und Tricks zum Ernten der Kräuter: welche Teile der Pflanzen zu welchem Zeitpunkt geerntet werden sollten und wie man sie am besten konserviert. Abgeschlossen wird die Einleitung mit ein paar Beispielen für bewährte Kräutermischungen – diese sind etwas differenzierter als unsere Mischungen nach der „Wir-nehmen-was-grad-wächst“-Methode :).

Der Hauptteil des Buches besteht aus den Rezepten zu 22 Kräutern, die auf (oder in?) so einer Kräuterspirale angebaut werden können. Nach einer Doppelseite, die alles Wissenswerte zum jeweiligen Kraut enthält, finden sich die passenden kulinarischen Einsatzmöglichkeiten. Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich, die einzige beibehaltene Konstante ist die Fleischlosigkeit. Vom einfachen Brunnenkressesandwich über die kalte Gurkensuppe bis zum festlichen Nussbraten – jeder Kräutergourmet findet hier sicherlich Inspirationen. Ein übersichtlicher Rezepteindex schließt das Buch ab.

„Querbeet – Vegetarisch kochen rund ums Gartenjahr“

Wer über die Kräuterküche hinaus noch Anregungen für den eigenen Kochtopfinhalt sucht, dem sei ein weiteres Buch der gleichen Autorin – auch im pala-Verlag erschienen – ans Herz gelegt: „Querbeet – Vegetarisch kochen rund ums Gartenjahr“. Auch hierin finden sich zahlreiche Rezepte, die sich allem, was so im Garten wächst, widmen. Das Besondere an dieser Veröffentlichung ist die zeitliche Einteilung – je nach Jahreszeit gibt es zum gerade erntbaren Gemüse die passenden Rezepte: vom Frühling mit unter anderem Brennnessel, Radieschen, Rhabarber, Mangold, Spinat oder Spargel über den Sommer (Beeren, Kirschen, Möhren, Bohnen, Erbsen, Kartoffel usw.) und Herbst (Äpfel, Pflaumen, Birnen, Kürbis, Sellerie, Schwarzwurzel, Rote Beete, Wirsing…) bis in den Winter mit Steckrüben, Kohl, Pastinaken und Rapunzel. Wieder gibt es zu jeder Sorte eine kleine Einleitung und ein paar feine Rezeptbeispiele, die auch für kulinarische Laien (wie uns) nachzuvollziehen sind. Querverweise zeigen passende Rezeptkombinationen an, so dass beim Zubereiten des vegetarischen Festmenüs eigentlich kaum etwas anbrennen kann. Eigentlich… denn manchmal geht auch die einfachste Sauerampfersuppe etwas daneben, aber für solche Fälle gibt es ja immerhin noch Schnaps.
Prost und guten Appetit!



verfasst von Steffen am 17. Mai 2011 um 20:16



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