lebensmittelwissen.de

Autor: Michael, verfasst am Samstag, 16. April 2011

Anthocyanidine sind eine Gruppe bioaktiver Substanzen mit potentiell gesundheitsfördernden Wirkungen (vgl. Anthocyane). Diese unterscheiden sich je nach Art der Substanz, u.a. aufgrund unterschiedlicher Bioverfügbarkeit und biochemischer Mechanismen. Das Ziel einer Studie von spanischen Wissenschaftlern war es, die Höhe der Anthocyanidin-Zufuhr abzuschätzen. Des Weiteren sollten die Lebensmittelquellen sowie Lebensstilfaktoren wie Geschlecht, Alter, BMI, Bildungsniveau und das Ausmaß körperlicher Aktivität berücksichtigt werden. All diese Faktoren werden im Rahmen der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) erhoben, an der 10 europäische Länder teilnehmen.

Die Anthocyanidin-Aufnahme von über 36.000 Probanden im Alter zwischen 35 und 74 Jahren wurde mit Hilfe eines 24h Ernährungsprotokolls ermittelt. Für die Auswertung der Anthocyanidin-Gehalte (von Cyanidin, Delphinidin, Malvidin, Pelargonidin, Peonidin und Petunidin) wurden u.a. Datenbanken des „US Department of Agriculture“ herangezogen.

Bei den Männern lag die durchschnittliche tägliche Zufuhr von Anthocyanidinen zwischen 19,83 mg in den Niederlanden (Bilthoven) und 64,88 mg in Italien (Turin), bei den Frauen hingegen zwischen 18,73 mg in Spanien (Granada) und 44,08 mg in Italien (Turin). Es besteht also je nach Geschlecht ein Nord-Süd- bzw. Süd-Nord-Gefälle.

Die mengenmäßig bedeutsamsten Anthocyanidine waren Cyanidin und Malvidin, abhängig von Region und Geschlecht. Die Zufuhr war bei normal gewichtigen älteren Frauen und Nicht-Rauchern am höchsten und nahm mit zunehmender Schulbildung und Ausmaß an körperlicher Aktivität zu.

Die Hauptquellen von Anthocyanidinen waren Früchte, Wein, nicht-alkoholische Getränke und bestimmte Gemüsesorten. Die Studie der Spanier zeigte Unterschiede in der Gesamtzufuhr, der Zufuhr einzelner Anthocyanidine sowie bei unterschiedlichen Lebensstilfaktoren im gesamten Europa, wobei sich die Anthocyanidin-Lieferanten von Region zu Region unterscheiden.

Quelle:
Zamora-Ros R et al.
Estimation of the intake of anthocyanidins and their food sources in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study.
Unit of Nutrition, Environment and Cancer, Cancer Epidemiology Research Programme, Catalan Institute of Oncology, IDIBELL, Barcelona, Spain.


verfasst von Michael am 16. April 2011 um 09:47



- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben