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Autor: , verfasst am Montag, 21. Februar 2011

…und wir ignorieren es – fast.

Halbwertszeit Bier

Dass man mit Menschen, die ihr Gemüse selbst anbauen wollen, ziemlich gut Geld verdienen kann, beweisen die Werbeprospekte in jedem Frühjahr. Von 50-Cent-PVC-Pflanzkissen für die arg lädierten Gärtnerknie über günstige und dünnwandige Plastikanzuchtschalen mit der Halbwertszeit eines gut eingeschenkten Bieres (~6,33 Sek. – vgl. Bild rechts) bis zu den weniger preiswerten, dafür umso minderwertigeren Folienfrühbeeten, für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Auch wenn man versucht so unabhängig wie möglich von der Supermarkt- und Discounterwelt zu existieren, die Ablehnung derselben ist für uns – noch! – nicht prinzipiell möglich (Prinzipien sind in voller Konsequenz ohnehin schädlich, das hat uns das Soziologie-Studium gelehrt – siehe Odo Marquard: Abschied vom Prinzipiellen).

Im Konkreten: wir haben oben genannte Anzuchtschalen (für unsere Erdpresslinge) und Anzuchterde im Discounter gekauft. Ansonsten werden wir aufgrund der Erfahrungen im letzten Jahr auf eine Erweiterung unseres Gartenzubehörs mit solcher Ware verzichten. Vor allem ein Tomatengewächshaus (ähnlich diesem) und ein Folienfrühbeet waren komplette Reinfälle. Bei starkem Wind verbiegen sich die dünnen Metallstangen oder es fliegt sowieso alles davon und der Reißverschluss des Tomatengewächshauses ging schon beim Aufbau kaputt (zum Glück konnten wir es umtauschen). Und was aus unserem Frühbeet wurde kann man hier bestaunen:

Frühbeet
Frühbeet

Wir haben es auf der einen Seite komplett aufgeschnitten und mit Holz verstärkt, da die ursprüngliche Öffnung viel zu klein war, um sinnvoll darin arbeiten zu können. Trotz dieser „Verbesserung“ ist es auf dem besten Wege zum Sperrmüll. Mit etwas handwerklichem Geschick, ein paar Holzlatten und Gitterfolie oder auch alten Fenstern für ein Frühbeet lassen sich diese Bauwerke aber am besten selbst herstellen (Eine Anleitung für ein Tomatengewächshaus findet sich z.B. hier).

Einzig ein recht stabiles Gewächshaus, das wir zusätzlich mit U-Haken (oder „Krampen“ für alle Quizteilnehmer) im Boden befestigt haben, hat seine Funktion voll erfüllt. Unsere Tomaten- und Paprikapflanzen sind darin gut gewachsen und in späten Frostnächten haben wir es einfach kostengünstig mit zwei Grabkerzen geheizt. Natürlich vom Discounter.



verfasst von Steffen am 21. Februar 2011 um 19:06



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