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Phytinsäure in der Ernährung

Die Phytinsäure, das myo-Inositolhexaphosphat, kommt in allen pflanzlichen Samen und damit vor allem in Getreidevollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen vor (siehe Tabelle).

Phytinsäure-Gehalt ausgewählter Lebensmittel

Lebensmittel mg Phytinsäure pro 100 g
Weizenkleie, Speisekleie
3610
Weizenkeime
1470
Erdnuss
1336
Sojabohne Samen, trocken
1250
Gerste entspelzt, ganzes Korn
1070
Roggen, ganzes Korn
970
Mais, ganzes Korn
940
Weizen, ganzes Korn
906
Hafer entspelzt, ganzes Korn
900
Reis unpoliert
890
Bohne Samen, weiß, trocken
800
Mungobohne Samen, trocken
629
Quinoa (Reismelde)
541
Kichererbse Samen, trocken
338
Weizenvollkornbrot
330
Kichererbse Samen, grün
280
Roggenbrot
250
Reis poliert
240
Pumpernickel
100
Weizen (Mehl), Brot (Weißbrot)
20
Banane
20
Avocado
17

Sie ist vornehmlich in der Randschicht der Körner eingelagert und dient der Pflanze bei der Keimung als Energiequelle.

Um diese Energie freizusetzen, benötigt sie das Enzym Phytase, welches durch Keimen und Einweichen freigesetzt wird. Dies ist der Grund, warum Getreidegerichte (z.B. Brotteig) mehrere Stunden gehen sollen - auf diese Weise wird Phytinsäure gespalten und "unschädlich" gemacht.

Die durchschnittliche Phytinsäureaufnahme wird beim Erwachsenen je nach Ernährungsgewohnheit auf 0,3 - 3,0 g pro Tag geschätzt (Schlemmer 1995). Bei der Magen-Darm-Passage kann die Phytinsäure unter bestimmten Bedingungen essentielle Spurenelemente und Mineralstoffe (wie Eisen, Zink und Calcium) binden und dadurch deren Resorption im Dünndarm beeinträchtigen, was bei eingeschränkter Nahrungsauswahl, wie sie jedoch nur Entwicklungsländern anzutreffen ist, zu erheblichem Eisen- oder Zinkmangel führen kann.

Generell kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Phytinsäure als Bestandteil einer gemischten, vielseitigen und ausgewogenen Ernährung, wie sie in den westlichen Industrieländern üblich ist, die Eisen- und Zinkversorgung beim Menschen nicht beeinträchtigt (National Research Council 1989).

Man hat mittlerweile sogar positive Effekte der Pflanzensubstanz nachgewiesen: Phytinsäure kann vorübergehend das Enzym Amylase hemmen, welches Stärke in Zucker umwandelt und somit eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels leicht verzögert. In Tierversuchen wurde außerdem ein krebsschützender Effekt nachgewiesen.

Fazit

Auf Vollkornprodukte sollte nicht verzichtet werden, im Gegenteil - aufgrund ihres hohen Ballaststoffanteils sind sie ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung.

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