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Autor: , verfasst am Samstag, 12. November 2011

Da sich im Garten zurzeit nur noch Feldsalat und Grünkohl vergnügen und es hier eigentlich nichts mehr zu tun gibt, starten wir weitere kulinarische Selbstversuche. Diesmal Birnen-Weißdorn-Konfitüre.

Birnen-Weißdorn-Konfitüre

Durch Zufall haben wir auf unseren Streifzügen noch einen Birnbaum entdeckt und dort einen Rucksack voll Streuobst eingesammelt. Die Birnen wurden gnadenlos zu Saft zentrifugalgepresst – mit einer ca. fünflitrigen Ausbeute. Damit sich der Saft nicht ungewollt in Most verwandelt, haben wir einen Teil weiterverarbeitet. Und hier kommt der Weißdorn ins Spiel.

Um aus reinem Saft Gelee zu machen, braucht man recht viel Geliermittel, bzw. Gelierzucker pro Liter Saft (ein Apfelgelee hat sich heuer ziemlich verflüssigt). Da die Birnen aber ohnehin relativ süß sind und wir nur einen 2:1-Gelierzucker im Haus hatten, musste Weißdorn aushelfen. Durch den relativ hohen Pektingehalt der Weißdornfrucht wird die Konfitüre nämlich zusätzlich eingedickt.

Das Pektin ist übrigens auch der Grund, warum Oma früher unreife Äpfel beim Einkochen mit dazugegeben hat (mündlich überliefert). Der Weißdorn verändert ansonsten nur wenig am Geschmack, färbt das Ganze aber zusätzlich schön rötlich ein.

Also: Weißdorn sammeln, waschen, die Früchte andünsten, flottlottieren um die Kerne los zu werden und das entstandene Mus mit dem Birnensaft aufkochen. Um etwas Gelierzucker kommt man aber dennoch nicht herum – alles 3 Minuten köcheln lassen, abfüllen, abkühlen.

Ob das jetzt wegen des Birnensaftes ein Gelee, wegen des Weißdornzusatzes eine Marmelade oder doch eine Konfitüre ist, klärt die Richtlinie 2001/113/EG des Rates vom 20. Dezember 2001 über Konfitüren, Gelees, Marmeladen und Maronenkrem für die menschliche Ernährung.

Wie auch immer, das Zeug schmeckt richtig gut…

Birnen-Weißdorn-Gelee auf wunderschönem Brötchen



verfasst von Steffen am 12. November 2011 um 10:56



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